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Ein Wochenendausflug für Genießer

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Leben im Allgäu

Vom Allgäu nach München. Ein Wochenendausflug für Genießer zwischen Bergpanorama und Weinkultur

Das Allgäu punktet mit Bergen, Seen und Käseküche. Wer den Blick über die Region hinaus wagt, findet in gut anderthalb Stunden Fahrzeit eine kulinarische Ergänzung, die im Allgäu selbst kaum vertreten ist. München bietet Weinkultur in einer Dichte, die für einen Kurztrip vom Alpenrand aus gut planbar ist. Ein Wochenende reicht, um Anreise, Stadtprogramm und eine strukturierte Weinverkostung miteinander zu verbinden.
Anreise ohne Auto: Bahnverbindungen aus dem Oberallgäu
Die Allgäubahn verbindet München über Buchloe und Kempten bis Lindau und Oberstdorf. Bei den Zugverbindungen ins Allgäu dauert die schnellste Verbindung von München nach Kempten rund 90 Minuten. Von München Hbf nach Immenstadt verkehren Direktzüge im Zwei-Stunden-Takt mit einer Fahrzeit von etwa 1 Stunde 35 Minuten. Für Reisende aus Fischen im Allgäu liegt die Fahrtdauer nach Angaben bei rund 2 Stunden 9 Minuten, mit bis zu 18 Verbindungen pro Tag. Damit lässt sich ein Freitagabend im Allgäu verbringen und trotzdem am Samstagmittag ein Programm in München beginnen.

Wer die Fahrt nutzt, bekommt Zeit für die Planung des Nachmittags. Für Weininteressierte lohnt ein Blick auf die aktuellen Wein Tasting Termine in der Landeshauptstadt, bevor Übernachtung und Rückfahrt gebucht werden. Die meisten Verkostungen finden am frühen Abend statt und passen gut zwischen Ankunft und Abendessen.

Was eine strukturierte Weinprobe ausmacht
Eine Weinprobe folgt einem festen sensorischen Ablauf. Bewertet werden Aussehen, Geruch und Geschmack, wobei die olfaktorische und die gustatorische Prüfung die dominierenden Kriterien bilden. Die Farbe wird in farblosen, schliffreien Gläsern gegen einen hellen, farbneutralen Untergrund geprüft. Pro 0,7-Liter-Flasche rechnet man etwa 12 bis 15 Proben. Bei mehr als 10 Rotweinen oder 15 Weißweinen empfiehlt die Quelle Laien eine Pause, um die sensorische Ermüdung zu begrenzen.

Der Ablauf beginnt in der Regel mit der visuellen Prüfung, gefolgt vom Riechen nach kurzem Schwenken und dem eigentlichen Verkosten. Das Glas wird am Stiel gehalten, um die Weintemperatur nicht durch Körperwärme zu beeinflussen. Weißweine und Roséweine werden gekühlt gereicht, Rotweine bei 16 bis 18 Grad, wie es für den klassischen Ablauf beschreibt. Wasser zur Neutralisierung des Gaumens und neutrales Weißbrot als Zwischenmahlzeit gehören zum Standardaufbau, während würzige Käsesorten oder scharfe Speisen die Wahrnehmung stören und daher bei professionellen Verkostungen häufig ganz weggelassen werden.

Formate variieren stark. Häufig verbreitet ist der sogenannte Flight, bei dem 3 bis 6 Weine parallel serviert werden. Moderierte Weinseminare zu spezifischen Themen wie Rebsorten, Regionen oder Jahrgängen bewegen preislich in einer Spanne von 30 bis 50 Euro pro Person und sind damit auch für Einsteiger zugänglich.

Genussstationen für die Rückreise
Wer die Reise ins Allgäu nicht direkt antreten will, kann den Sonntag für kulinarische Zwischenstopps nutzen. Augsburg liegt an der Bahnstrecke Richtung Buchloe und ist von München in rund 32 Minuten erreichbar. Bäckereien, Wochenmärkte und kleinere Weinhandlungen bieten eine Möglichkeit, Eindrücke aus der Verkostung mit regionalen Produkten zu verknüpfen. Ab Buchloe zweigt die Strecke in Richtung Kempten ab, deren kurviger Verlauf durch das hügelige Voralpenland als ingenieurtechnische Leistung des 19. Jahrhunderts gilt.

Im Allgäu angekommen, lässt sich der Kontrast zwischen städtischer Weinkultur und regionaler Käsetradition gut nachvollziehen. Bergkäse, Emmentaler und Weißlacker aus dem Allgäu bieten sensorische Vergleichspunkte zu den in München verkosteten Weinen, insbesondere zu kräftigen Weißweinen und leichten Rotweinen. Ein solcher Ausflug lohnt sich damit nicht nur als kulinarisches Wochenende, sondern auch als praktische Fortbildung für alle, die ihr Wissen über Wein und regionale Produkte vertiefen möchten. Die nächste Verkostung lässt sich mit Blick auf den Terminkalender bereits während der Zugfahrt zurück ins Oberallgäu einplanen.
13.08.2026
© Die-Allgäuseiten.de, Markus Hannig, 2004-2026
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