Urlaub im Allgäu
Digital durch Berg und Tal: Allgäu-Walser-Pass 2026 mehrfach ausgezeichnet
Der Allgäu-Walser-Pass gehört für viele Urlaubsgäste inzwischen zum Aufenthalt in der Region dazu. Die Gästekarte verbindet Angebote im Allgäu und im österreichischen Kleinwalsertal und wurde in den vergangenen Jahren zunehmend digitalisiert. 2026 hat das Konzept gleich zweimal für Aufmerksamkeit gesorgt.
Im Februar erhielt der Allgäu-Walser-Pass den ADAC Tourismuspreis Bayern, im August folgte mit dem Skift IDEA Award eine internationale Auszeichnung. Grund genug für einen genaueren Blick auf den Pass und das digitale System dahinter.
Der Urlaub wird immer digitaler
Bei den beiden Auszeichnungen steht vor allem die digitale Version des Allgäu-Walser-Passes im Rampenlicht. Für Urlauber in der Region bedeutet seine Nutzung damit auch eine weitere App auf dem Smartphone. Das fügt sich in einen Trend ein, der längst die gesamte Reise erfasst hat. Urlaub wird auf fast jeder Ebene digitaler.
Ohne Smartphone geht unterwegs praktisch nichts mehr. Die Reise wird online geplant, Fahrkarten und Flüge werden per App gebucht und Tickets für Sehenswürdigkeiten direkt auf dem Handy gespeichert. Vor Ort hilft das Smartphone bei der Navigation, bei der Suche nach Restaurants oder bei der Planung des nächsten Ausflugs.
Auch bei der Unterhaltung macht der Urlaub keine digitale Pause. Streamingdienste, soziale Netzwerke oder Spiele reisen auf dem eigenen Smartphone einfach mit. Selbst Angebote, die ursprünglich an einen bestimmten Ort gebunden waren, lassen sich inzwischen online nutzen. Das gilt auch für Glücksspiele. Bei Anbietern wie Löwen Play kann heute online gespielt werden, ohne dafür eine Spielhalle besuchen zu müssen.
So praktisch das Smartphone auf Reisen ist, für einzelne Urlaubsziele sammeln sich schnell zusätzliche Apps an, die nach der Rückkehr kaum noch gebraucht werden. Ob der Allgäu-Walser-Pass mehr zu bieten hat als eine weitere Anwendung auf dem Handy, zeigt ein genauerer Blick auf die Gästekarte.
Was steckt hinter dem Allgäu-Walser-Pass?
Hinter dem Allgäu-Walser-Pass steckt eine Gästekarte, die Urlauber im Allgäu ebenso nutzen können wie im benachbarten österreichischen Kleinwalsertal. Wer bei einem teilnehmenden Gastgeber übernachtet, erhält den Pass kostenlos und kann damit je nach Urlaubsort verschiedene Vergünstigungen und Zusatzleistungen nutzen, beispielsweise bei Bergbahnen, Schwimmbädern, Museen oder anderen Freizeiteinrichtungen.
Aber wer genau profitiert eigentlich von dem Pass? Entscheidend ist die Übernachtung bei einem teilnehmenden Gastgeber, denn der Allgäu-Walser-Pass ist an den dort erfassten Aufenthalt gekoppelt.
Neben Hotels und Pensionen können auch Ferienwohnungen sowie kleinere Privatvermieter am System teilnehmen. Einfach Freunde im Allgäu zu besuchen und dort ein paar Nächte auf dem Sofa zu verbringen, reicht dagegen nicht aus, um die Gästekarte zu erhalten.
Auch Einwohner der Region gehören nicht zur eigentlichen Zielgruppe, schließlich handelt es sich ausdrücklich um ein Angebot für Übernachtungsgäste. Für Einheimische gibt es mit dem DAHEIM PASS ein eigenes Angebot, das ebenfalls Vergünstigungen bei verschiedenen Freizeitangeboten in der Region ermöglicht.
Ein QR-Code für Bus, Bergbahn und Freizeitangebote
Technisch basiert der Allgäu-Walser-Pass auf dem eTicket-Deutschland-Standard, der ursprünglich für den öffentlichen Nahverkehr entwickelt wurde. Nach Angaben der Allgäu-Walser-Service GmbH ist der Pass weltweit das erste Angebot auf dieser technischen Grundlage. Das heißt, dass derselbe QR-Code nicht nur in Bus und Bahn, sondern auch bei Bergbahnen, Schwimmbädern und verschiedenen Ausflugszielen eingesetzt werden kann.
Je nach Urlaubsort reicht das Angebot von der Breitachklamm und dem Skywalk Allgäu über die Therme Oberstdorf bis zum Eissportzentrum, während andernorts beispielsweise geführte Wanderungen, Museumsführungen oder Gesundheitsangebote enthalten oder vergünstigt sein können.
Für die Region bedeutet das vor allem, dass verschiedene Systeme nicht mehr getrennt voneinander betrieben werden müssen. Kommunen, Gastgeber, Tourist-Informationen, Freizeiteinrichtungen, Parksysteme und Verkehrsanbieter greifen auf eine gemeinsame Infrastruktur zurück, obwohl die konkreten Leistungen des Passes von Ort zu Ort unterschiedlich ausfallen können.
Vom regionalen Gästepass zum ausgezeichneten Digitalprojekt
Den Allgäu-Walser-Pass gibt es seit 2002, Ende 2024 wurde das System jedoch grundlegend erneuert und stärker auf die digitale Nutzung ausgerichtet. Mittlerweile sind 40 Kommunen, rund 9.000 Gastgeber und mehr als 150 Freizeitanbieter angeschlossen, wobei pro Jahr rund 2,5 Millionen Pässe ausgegeben werden.
Dass die digitale Variante von den Urlaubern angenommen wird, lässt sich auch an den Nutzungszahlen ablesen, denn 78 % der Gäste verwenden ihren Pass inzwischen über die App oder Web-App, während die Allgäu-Walser-App bislang mehr als 725.000-mal heruntergeladen wurde.
Anfang 2026 erhielt das Projekt mit dem ersten Platz beim ADAC Tourismuspreis Bayern eine erste große Auszeichnung. Der seit 2009 vergebene Preis würdigt Projekte, die mit neuen Konzepten zur touristischen Entwicklung Bayerns beitragen, und wird seit 2013 vom ADAC gemeinsam mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH ausgerichtet.
Für die Ausgabe 2026 gingen 31 Bewerbungen ein, aus denen sieben Finalisten ausgewählt wurden, die ihre Projekte anschließend einer 16-köpfigen Fachjury präsentierten. Beim Allgäu-Walser-Pass bewertete die Jury vor allem die gemeinsame digitale Infrastruktur positiv, über die Mobilitäts-, Tourismus- und Freizeitangebote miteinander verknüpft werden.
Unter dem Titel „Ein Code für alle Fälle“ setzte sich das Projekt schließlich gegen die übrigen Finalisten durch und belegte den ersten Platz. Platz 2 ging an die KI-gestützte Audioguiding-Plattform Tralster. Den dritten Platz sicherte sich das Achtsamkeitsangebot „Entdecke Dich Momente – Einfach. Zeit mit Dir.“
Mit dem Skift IDEA Award auf die internationale Bühne
Nur rund ein halbes Jahr nach dem Erfolg beim ADAC folgte Ende August die nächste Auszeichnung, diesmal auf internationaler Ebene. Der Allgäu-Walser-Pass gewann bei den Skift IDEA Awards 2026 in der Kategorie „Traveler Journey“.
Hinter dem Wettbewerb steht das US-amerikanische Reisemedienunternehmen Skift, das sich mit Nachrichten, Analysen und Veranstaltungen an die internationale Tourismusbranche richtet. Die IDEA Awards werden 2026 zum achten Mal vergeben und zeichnen Unternehmen und Projekte aus, die neue Konzepte oder Technologien für die Reisebranche entwickelt haben.
Mit mehr als 490 Bewerbungen aus aller Welt war das Teilnehmerfeld entsprechend groß. Unter den Bewerbern befanden sich unter anderem Marriott International und der Lufthansa Innovation Hub, während es der Allgäu-Walser-Pass unter dem Titel „One Code to Rule Them All!“ gemeinsam mit acht weiteren Projekten ins Finale seiner Kategorie schaffte.
Dort traf das Allgäuer System unter anderem auf Trip.com, den Reiseservice point.me und den Anbieter FlightPath3D. Über die Gewinner entschied eine international besetzte Fachjury, der 2026 Führungskräfte von Unternehmen wie Google UK, Apple, Etihad Aviation Group, Accor, Hilton und Marriott sowie Vertreter verschiedener Tourismusdestinationen angehörten.
Dass sich ein regional entwickeltes Gästekartensystem in diesem Umfeld durchsetzen konnte, dürfte auch mit der Ausrichtung der Kategorie „Traveler Journey“ zusammenhängen. Ausgezeichnet werden hier Lösungen, die mithilfe von Technologie verschiedene Abschnitte einer Reise für den Gast einfacher nutzbar machen.
Beim Allgäu-Walser-Pass beginnt dieser digitale Ablauf bereits vor der eigentlichen Anreise. Nachdem der Gastgeber die erforderlichen Grunddaten eingetragen hat, können Urlauber ihre Angaben selbst vervollständigen und den Pass noch von zu Hause aus aktivieren. Rund 60 % der Gäste nutzen diese Möglichkeit.
Ab 0 Uhr am Anreisetag steht der Pass dann automatisch zur Verfügung, sodass erste enthaltene Leistungen bereits genutzt werden können, bevor der Gast seine Unterkunft erreicht hat.
Die Entscheidung über den Gewinner fiel bereits Ende August, offiziell überreicht wird die Trophäe jedoch erst vom 22. bis 24. September beim Skift Global Forum in New York. Damit bekommt der Allgäu-Walser-Pass nach dem bayerischen ADAC Tourismuspreis innerhalb weniger Monate auch auf internationaler Ebene Aufmerksamkeit.
16.09.2027