Urlaub im Allgäu
Wandern im Allgäu: Wie schützt man seine Augen den ganzen Tag?
Vom Alpsee bis zu den Höhenwegen oberhalb von Oberstdorf verlangt das Allgäu den Augen einiges ab. Helles Wasser, sonnige Grate und der ständige Wechsel zwischen Waldschatten und offenem Gelände begleiten viele Wanderungen über Stunden. Dabei reicht eine dunkel getönte Brille allein nicht aus. Entscheidend sind ein verlässlicher UV-Schutz, gute Sicht auf unebenem Untergrund und eine Fassung, die auch beim Aufstieg sicher sitzt.
Am Berg trifft UV-Strahlung die Augen stärker
Mit jedem Höhenmeter steigt die Belastung, selbst wenn die Luft angenehm kühl bleibt. In den Alpen nimmt die UV-Strahlung pro 1.000 Höhenmeter um etwa zehn Prozent zu. Wer vom Tal auf einen aussichtsreichen Höhenweg wechselt, ist deshalb häufig intensiverer Strahlung ausgesetzt als am Ausgangspunkt. Schnee kann einen großen Teil des Sonnenlichts zurückwerfen, und auch Wasserflächen oder heller Fels verstärken die Blendung. Die Augen nehmen diese unsichtbare Belastung nicht unmittelbar wahr. Eine mögliche Folge übermäßiger UV-Exposition sind schmerzhafte Entzündungen von Horn- und Bindehaut; langfristig steigt unter anderem das Risiko einer Linsentrübung. Gerade auf längeren Etappen sollte die Sonnenbrille daher zur Grundausrüstung gehören und nicht erst aufgesetzt werden, wenn das Licht unangenehm wird. Besonders oberhalb der Baumgrenze fehlen die schattigen Abschnitte, die bei einer Talwanderung zwischendurch Entlastung bieten.
Auch Wolken bieten keine verlässliche Entwarnung. Besonders tückisch sind Touren, die morgens im schattigen Tal beginnen und gegen Mittag über freie Hänge führen: Die Temperatur kann gleich bleiben, während die UV-Belastung deutlich zunimmt. Bereits ab einem UV-Index von 3 werden Schutzmaßnahmen empfohlen. Vor dem Start lohnt deshalb ein Blick auf die regionale UV-Prognose und nicht nur auf Regenwahrscheinlichkeit und Höchsttemperatur. Wer die Wahl hat, plant längere ungeschützte Passagen eher für den frühen Vormittag oder späteren Nachmittag. Eine Kappe mit Schirm ergänzt die Brille, ersetzt sie aber nicht, da seitlich einfallende und reflektierte Strahlung weiterhin die Augen erreichen kann. Für Kinder ist konsequenter Schutz besonders wichtig, weil ihre Augen empfindlicher auf UV-Strahlung reagieren.
Welche Brille auf langen Touren funktioniert
Der wichtigste Kaufhinweis lautet UV 400: Entsprechend gekennzeichnete Gläser filtern ultraviolette Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern. Die Dunkelheit der Tönung sagt darüber nichts aus. Auch wer Brillen von eyes and more in Betracht zieht, sollte für Bergtouren gezielt auf diese Kennzeichnung, möglichst große Gläser und seitlichen Schutz achten. Eine eng anliegende Fassung hält außerdem Wind und Staub besser ab, darf jedoch weder an den Schläfen drücken noch das seitliche Blickfeld auf schmalen Wegen einschränken. Bei Sehstärke ist eine passende Sonnenbrille oft praktischer als der häufige Wechsel zwischen Alltagsbrille und Sonnenbrille. Ein Halteband kann verhindern, dass die Fassung beim Bücken oder auf steilen Abstiegen verrutscht.
Für sonnige Wanderungen kommen häufig Gläser der Filterkategorie 2 oder 3 infrage. Kategorie 2 lässt 18 bis 43 Prozent des sichtbaren Lichts durch, Kategorie 3 nur 8 bis 18 Prozent und eignet sich damit für besonders helle Abschnitte. Kategorie 4 ist für extreme Lichtverhältnisse gedacht, darf aber im Straßenverkehr nicht verwendet werden. Polarisierende Gläser können störende Spiegelungen auf Seen oder nassem Gestein mindern, ersetzen jedoch keinen UV-Filter. Selbsttönende Gläser sind bei wechselndem Licht angenehm, ihre Reaktionsgeschwindigkeit und Verdunkelung sollten vor anspruchsvollen Touren getestet werden. Beim Budget zählt die nachgewiesene Schutzwirkung mehr als ein hoher Preis. Ein festes Etui und ein sauberes Mikrofasertuch reichen als Zubehör meist aus; verschmutzte Gläser sollten nicht trocken mit dem Ärmel abgerieben werden, damit Sandkörner keine Kratzer hinterlassen. Wer mit dem Auto zum Ausgangspunkt fährt, sollte die Eignung der Gläser für die Rückfahrt gleich mitbedenken.
Mit klarem Blick zurück ins Tal
Wer im Allgäu einen ganzen Tag unterwegs ist, schützt seine Augen am besten durch eine passende UV-400-Brille, vorausschauende Routenplanung und regelmäßige Pausen im Schatten. Vor allem auf freien Höhenwegen lohnt es sich, Sitz und Sauberkeit der Gläser zu kontrollieren. So bleibt der Blick auch beim Abstieg klar.
15.10.2026